CHONG Hyonjong

корейский

Ron Winkler

немецкий

이슬

강물을 보셔요 우리들의 피를
바람을 보세요 우리의 숨결을
흙을 보세요 우리들의 살을.

구름을 보세요 우리의 철학을
나무를 보세요 우리들의 시를
새들을 보세요 우리들의 꿈을.

아, 곤충들을 보세요 우리의 외로움을
지평선을 보세요 우리의 그리움을
꽃들의 三昧를 우리의 기쁨을.

어디로 가시나요 누구의 몸 속으로
가슴도 두근두근 누구의 숨 속으로
열리네 저 길, 저 길의 무한------

나무는 구름을 낳고 구름은
강물을 낳고 강물을 새들을 낳고
새들은 바람을 낳고 바람은
나무를 낳고……

열리네 서늘하고 푸른 그 길
취하네 어지럽네 그 길의 휘몰이
그 숨길, 그 물길 한 줄기 혈관……

그 길 크나큰 거미줄
거기 열매 열은 한 방울 이슬------
 (眞空이 紗有로 가네)
태양을 삼킨 이슬 萬有의
바람이 굴려 만든 이슬 만유의
번개를 구워먹은 이슬 만유의
한 방울로 모인 만유의 즙------
천둥과 잠을 자 천둥을 밴
이슬, 해왕성 명왕성의 거울
이슬, 벌레들의 내장을 지나 새들의
목소리에 굴러 마침내
풀잎에 맺힌 이슬……

© CHONG Hyonjong
Аудиопроизводство: 2006, M.Mechner / Literaturwerkstatt Berlin

Der Tau

Sehen Sie den Fluss an, unser Blut.
Sehen Sie den Wind an, unseren Atem.
Sehen Sie die Erde an, unser Fleisch.

Sehen Sie die Wolken an, unsere Philosophie.
Sehen Sie die Bäume an, unsere Poesie.
Sehen Sie die Vögel an, unsere Träume.

Ach, sehen Sie die Insekten an, unsere Einsamkeit.
Sehen Sie den Horizont an, unsere Sehnsucht,
das Samádhi* in den Blumen, die uns beglücken.

Wohin gehen Sie, in wessen Körper hinein?
Mit klopfendem Herzen in wessen Atem hinein?
Da öffnet sich der Weg, die Unendlichkeit des Weges –

Bäume gebären Wolken, Wolken
gebären Flüsse, Flüsse gebären Vögel,
Vögel gebären Winde, Winde gebären
Bäume …

Da öffnet sich der erfrischende blaue Weg.
Seine Biegen machen mich betrunken und schwindlig.
Dieser ganze Weg voller Atem und Wasser, eine Ader …

Ein großes Spinnennetz auf dem Weg.
Auf ihm ein Früchte bergendes Tröpfchen Tau.
(Seine Existenzform ist eine verschwommene Existenz).
Der Saft vom Universum des Taus, der die Sonne verschlang,
der Saft vom Universum des Taus, den der Wind durch Rollbewegung erschuf,
vom Universum des Taus, der den Blitz gebraten verspeiste.
Der Saft vom Universum, das hier in einem einzigen Tropfen konzentriert ist –
Der nach dem Verkehr mit dem Donner sein Kind im Herzen tragende
Tau, Spiegel von Neptun und Pluto.
Der Tau: der die Eingeweide der Insekten durchdringende, sich in den Vogelgesang
kugelnde und endlich
sich auf dem Gras niederlassende Tau …

*Samádhi: Begriff aus dem Buddhismus, der so viel wie die meditative
Sammlung des Geistesdurch höchste Konzentration bedeutet. Moment
absoluter Selbstvergessenheit. (Anm. d. Ü.)

Übersetzt von Ron Winkler