Dorothea Grünzweig 
Translator

on Lyrikline: 6 poems translated

from: finlandês, irlandês to: alemão

Original

Translation

[Hän oli vuorannut asuntonsa ikkunat]

finlandês | Helena Sinervo

Hän oli vuorannut asuntonsa ikkunat
valkealla silkkipaperilla joka päästi valon lävitseen                 
mutta esti näkemästä pihan puita
ja pensaita, pihan poikki kulkevia naapureita.
Hän maalasi simpukoita, jotka raottuivat
jonnekin mistä häämötti pehmeä valo,
simpukka simpukan jälkeen ilmestyi kankaalle
ikään kuin elämä olisi ollut hänelle loputon ja suunnaton             
ranta loputtomine ja suunnattomine simpukoineen.
Ehkä hän oli oikeassa, ja me elämme simpukan elämää,             
että kieputamme ja kehräämme helmiäisrihmaa
haavoittavan sirpaleen ympäri
ja raotumme kohti valoa,
joka lopulta meidät tappaa.
Katso nyt näitäkin kovertuneita kierteitä,
eivätkö ne lopulta syöksy jonnekin syvälle?

© Helena Sinervo
Audio production: Literaturwerkstatt Berlin, 2013

[Sie hatte die Fenster ihrer Wohnung mit weißem Seidenpapier verkleidet]

alemão

Sie hatte die Fenster ihrer Wohnung mit

weißem Seidenpapier verkleidet, das Licht durchließ,

doch verhinderte, dass man die Bäume und Büsche

des Hofs sah, die den Hof überquerende Nachbarn.

Sie malte Muscheln, einen Spaltbreit offen dorthin,

Wovon sich weiches Licht abhob,

Muschel für Muschel erschien auf der Leinwand,

wie wenn ihr das Leben als endloses riesiges Ufer

erschiene, mit seinen endlosen riesigen Muscheln.

Vielleicht hatte sie recht. Und wir leben ein Muschelleben,

rotieren und spinnen einen Perlenfaden

um einen verletztenden Splitter,

sind einen Spaltbreit offen Richtung Licht

welches uns letztendlich tötet. 

Schau dir auch diese ausegehöhlten Gewinde an,

stürzen sie nicht irgendwohin in eine Tiefe.

Translated by Dorothea Grünzweig

Suantraí na Máthar Síní

irlandês | Biddy Jenkinson

Ceartaigh a mhaoinigh
go bpógfad do chrúibín
Lúbaim ladhrán is ladhraicín faoi
Fillim an muicín seo
Fillim an muicín siúd
Féach muicín dána ag gobadh aníos

Seo seo a thaisce
tá cúram le déanamh
Méirín méarán méarachán sí
Igín ar laoidín
Glaicín ar chircín
Bindealán síoda
ar chosa mo chroí

Cé gur scréagóigín í
siúlfaidh mo chailín
mar bhambú lá gaoithe
mar bhuinneán sailí
Fillim ordóg, fillim lúidín
Lótas athfhillte
gach méirín faoi iamh

Tá clabhcaí faoi Chlíona
Tá spága faoi Mháire
Tá Peigí spadchosach
’s leifteáin faoi Niamh
Deasaigh a stóirín
mo lámh ar an bhfáiscín
mé Maimín do leasa
dod chumhdach le cion.

© Biddy Jenkinson

Schlaflied einer chinesischen Mutter

alemão

Leg dich lieb hin mein Goldschatz
damit ich deine Füße küsse
und ich deine Zehchen biege.
Erst das erste Wackermännchen dann
das zweite Wackermännchen schau dies
freche Wackermännchen hebt schon wieder den Kopf

Ja mein Liebling
so muss es sein
auf die Zippelzappelzehen
ein Kapüzchen
Bänder für die kleinen Waden
Fesseln für mein Gackerchen
Seidenstrickchen für die Süße

Jetzt ist sie ein Schreihals
doch wird sie sich bald wiegen
wie es Bambus am Windtag tut
wie eine Weidengerte
Binden wir den großen Zeh, binden wir den kleinen
falten den Lotus schön zusammen
jedes Zehchen zugedeckt

Edeltraud hat Plattfüße
Anneli hat Klatschfüße
Ursula hat Watschelfüße
und Veronika Latschfüße
Bleib ganz ruhig mein Schnuckelchen

meine Hand auf die Spange deines Schuhs
Ich will bestens für dich sorgen
bin ich ja  dein Mütterchen

Deutsche Fassung von Dorothea Grünzweig

Cruit Dhubhrois

irlandês | Biddy Jenkinson

Bruith ladhracha im théada ceoil
ag corraíl fós a chruitire
clingeadh nóna ar crith go fóill
im chéis is an oíche ag ceiliúradh,

oíche thláith, gan siolla aeir,
a ghabhann chuici sinechrith
mo shreangán nó go dtéann falsaer
grá mar rithí ceoil faoin mbith,

go gcraitheann criogar a thiompán,
go gcnagann cosa briosca míl,
go sioscann fionnadh liath leamhain,
go bpleancann damhán téada a líne.

Is tá mo chroí mar fhuaimnitheoir
do chuisleoirí na cruinne cé
ón uair gur dhein mé fairsing ann
don raidhse tuilteach againn féin.

Nuair a leagann damhán alla géag
go bog ar théada rite a líne
léimeann mo théada féin chun ceoil
á ngléasadh féin dod láimhseáil chruinn.

© Biddy Jenkinson

Dubhrois’ Harfe

alemão

Es brennen meine Instrumentensaiten
von der Berührung ihres Harfenisten
der Klang des Mittags bebt noch nach
in meinen Tönen während die Nacht vergeht,

die Nacht ist mild ganz ohne einen Hauch,
sie trägt das Zittern meiner Saiten,
so dass die Liebesschauer
als Schauer der Musik die Welt durchwehn,

bis Grashüpfer den Tiompán schlägt,
bis die Insektenbeine knacken,
bis Motte schüttelt ihren grauen Pelz,
bis Spinne an ihr Netzwerk schlägt.

Mein Herz gleicht einem Schallkörper
für alle Musikanten,
seit es der Fülle unseres Liebesstroms
und seiner Üppigkeit Raum schuf.

Dann wenn das Spinnenbein leicht
über die Fäden fährt,
stimmen auch meine Saiten sich,
um bald von dir berührt zu werden.

__________
Anmerkung:  Tiompán -  ein Saiteninstrument, das irische Hackbrett

Deutsche Fassung von Dorothea Grünzweig

Crannchur

irlandês | Biddy Jenkinson

Sa dairchoill idir chamáin chrann
le coimheascar lae
luíomar gan chraiceann seal
sa chríonach méith.
Chuireamar préamha geala fúinn
is chuaigh le craobh
gur deineadh crainn
faoi lánduilliúr
dínn araon.

Scar an t-uabhar daonna linn
mar d’éireodh éan.
Bhraitheas gluais na coille ag rith
inár leagan séimh
is idirshnámh ár ngéag teann
le gus an tsaoil.

Dhein crainn na coille rothalchleas
faoi bhroideadh gaoithe.
Chuireadar a gcinn i gcré
le teacht na síne
is chrochadar a bpréamha in airde
ag maslú Geimhridh.

Leanaimis sampla ár gcomhchrann ar theacht don oíche.
Seasaimis béal fúinn sa chré, beag beann ar dhaoine
ag deochadh linn faoi mhúr duilleog
go soilbhir simplí
is sneachta caoin ag cigilt
ár mbarraicíní.

© Biddy Jenkinson

Das Baumlos

alemão

Im Eichenwald von Bäumen
umrankt lagen wir
in der Dämmerung
schutzlos für eine Weile
auf dem herbstlichen Grund.
Da schlugen wir helle Wurzeln
und trieben Äste bis
Waldbäume aus uns beiden wurden
unter üppigem Laub.

Unsere Hybris verschwand
wie ein Vogel auffliegt.
Ich spürte das Fließen des Waldwesens
wie es zog durch uns
durch die Adern unsrer Astarme
die im Einklang warn mit dem Lebenssaft.

Die Bäume machten Kopfstände
als der Wind in sie stieß.
Sie steckten den Kopf in die Erde
beim Einfall des rauheren Wetters
und hielten ihre Wurzeln hoch
aus Trotz gegen den Winter.

Lass uns dem Beispiel der Mitbäume folgen
jetzt wo die Nacht naht
kopfunter uns in die Erde stellen
und unterm Blätterberg Küsse tauschen
heiter und schlicht
und der Schnee kitzelt sanft unsere Zehen.

Deutsche Fassung von Dorothea Grünzweig

Cáitheadh

irlandês | Biddy Jenkinson

Dá mba mise an barruisce ghabhfainn chugam do bharraicíní.
Dhéanfainn suirí le do rúitíní le cúr griangheal na scríbe.
Dhéanfainn tathaint ar do choiscéim le haistarraingt na maidhme
is líonfainn ort na hioscaidí
le cuilithíní.

Dá mba mise an tonn shúraic dhéanfainn mán mán le do ghlúine.
Chuirfinn creathánacht ag preabarnach ar fud do cheathrúna.
Dhéanfainn leisbhearta dem chraiceann duit is triús dem shíoda uaithne,
brachlainn thar do bholg suas is
mórtas ort go guaillí.

Dá mba mé an mhuir iomghoirm ghoidfinn uait do shúile.
Chasfainn chugam d’intinn le siansa is suaitheadh.
Ruathuile ad tharraingt domhain domhain chugam de rúchladh,
cíocha an chuain ag borradh chugat
le mana múirne.

Mar gur geal an lá, gur geal an spéir, gur dáimh liom gach dúil bheo
is nach bhfágfainn broigheall dubh ar leac
dá bhféadfainn é mhuscailt.
Tá an fharraige ard, an ghrian go hard is taimse lán de ghrásta
is feam i lár na feamainne ag rince leis go sásta.

© Biddy Jenkinson

Gischt

alemão

Wär ich die Brandung,  würde ich mir deine Zehen
            grapschen.
Ich würde deine Knöchel umgarnen mit dem Schaum des Sturms
ich würde deinen Fußstapfen weismachen, sie müssen vor den
            Wogen fliehen
und eine Ladung Kräuselwellen
verpasste ich deinen Kniekehlen.

Wär ich die Ebbe, würde ich
           pitschepatschen auf deine Knie.
Ich brächte deine Schenkel zum Hüpfen
und machte aus deiner Haut Hemden
            grüne Hosen aus meiner Seide
ein Brecher über den Bauch
ein Schwall auf deine Schultern.

Wär ich das tiefblaue Meer, würde ich dir den Kopf verdrehen
mit Wildheit und Tanz deine Augen rauben.
Fluchtwucht die dich in die Tiefe
            reißt
die Brust des Hafens geschwollen
zuneigungsgeneigt.

Denn der Tag ist hell, er ist himmelhell, ich bin mit
          allen Wesen vereint
und kein Kormoran, schwarz auf Felsen
          hockend, hätte Erlaubnis zu schlafen.
Anmutig bin ich, aufgewühlt und wenn die Sonne im
          Mittag steht
tanzt inmitten des Seetangs der Tangschwengel lustige Tänze.

Deutsche Fassung von Dorothea Grünzweig

Eanáir 1991

irlandês | Biddy Jenkinson

Ná póg in aon chor mé an Eanáir seo.
Ní éireodh aon fhuiseog ar do bhéal-bhéim.
Thitfeadh
dreoilíní coscartha Stiofáin
go talamh eadrainn.

Ná tóg mo lámh.
Thiocfadh na méara díom
’na gcoinlíní reo.

Ná bog mo chroí
nó pléascfaidh an fliuchreo ann
ar athreo.

Ná féach im shúile
nó préachfar thú
le fuacht.

Ná habair liom
go bhfuil an saol faoi choim
go bpéacfaidh síol
go ndéanfaidh do phóga earraigh ealta éan.

Seasaimis gan phóg gan dóchas
in áit na marbh
faoi gach buama a thiteann
mar fhianaise
nach dár ndeoin iad.

© Biddy Jenkinson

Januar 1991

alemão

Nein küss mich nicht in diesem Januar.
Es wird durch deinen Munddruck keine Lerche fliegen.
Es stürzt
St. Stephans Zaunkönig
zu Boden zwischen uns.

Fass nicht an meine Hand.
Die Finger fielen mir ab
wie Eiszapfen.

Mach mir mein Herz nicht weich
sein Schmelzfrost würd
zu Hartfrost schnellen.

Schau mir nicht in die Augen
du würdst erstarren
vor Kälte.

Sag mir bloß nicht,
die Welt geht ihren Gang
es keimen Samen und
deine Frühlingsküsse erzeugen Vogelschwärme.

Komm hier zum Totenort
stelln wir uns kusslos trostlos
unter die Bomben, jede die fällt
und machen sichtbar -
wir wollen sie nicht.


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Anmerkung: Am St Stephan’s Day wurden früher nach heidnischem Brauch Zaunkönige getötet.
Dem Zaunkönig wurde der Verrat am heiligen Stefan zugeschrieben.

Deutsche Fassung von Dorothea Grünzweig