Chromatography

If it could, it would smell of lilacs.
If it could, it would rub its whiskered chin of violets.

It is the shade of a bruise and the gleam of aubergine
and the skin of plums
which hang their mouth-watering opulence
              in a haze of wasps.

Just there, disappearing if you look directly,
at the edges of a rainbow, it sublimes
              into grey slate clouds.

Ophelia made garlands with it
among the weeds that were growing by the stream

and the children of emperors were born into it
at the roots of a porphyry wall.

                A distant star shifts
its note into red as it speeds into the past;
what's coming towards us is blue.

At the crossroads of these two colours,
               the still moment waits.

You love that dark heart of its indifference.

If it could, it would taste of honey.
If it could, it would wear robes of roses.

It would not be itself at all.

© Eyewear Publishing
Extraído de: The Illuminated World
London: Eyewear Publishing, 2014
Produção de áudio: Haus für Poesie, 2016

Chromatographie

Wenn es könnte, würde es nach Lilien duften.
Wenn es könnte, würde es das schnurrbärtige Kinn aus Veilchen reiben.

Es ist die Schattierung einer Druckstelle und der auberginefarbene Schimmer
und die Haut von Pflaumen,
die ihren mundwässernden Überfluss
               in einen Schleier aus Wespen hängen.

Schaust du hin, verschwindet es, genau dort,
an den Enden eines Regenbogens, geht es über
              in graue Schieferwolken.

Ophelia wand Kränze daraus,
im Schilf, das wuchs am Fluss,

und die Kinder von Herrschern kamen dort zur Welt
am Fuße einer Mauer aus Porphyr.

Ein entfernter Stern verschiebt seinen Farbton,
während er in die Vergangenheit rast, in den roten Bereich;
das, was auf uns zukommt, ist blau.

Am Kreuzungspunkt dieser beiden Farben
verweilt der stille Augenblick.

Du liebst das finstere Herz seiner Gleichgültigkeit.

Wenn es könnte, würde es nach Honig schmecken.
Wenn es könnte, würde es Gewänder aus Rosen tragen.

Es würde überhaupt nicht es selbst sein.

Übersetzung: Matthias Kniep und Nadja Küchenmeister