The lover of Amazonian catfish

They say it's rational to turn inwards
to your obsession, to wake to it and love it,
but I tell you, when the storms come down
and the rain falls like stones onto the river,
I can't open my eyes to its sting.
                My childless hip

starts up its ache along the beltline
where I hook my thumb. Then the waves come
up over the canoe as if to drown me
within reach of shore, and I have to think
of where to jump to should a caiman
               land at my feet.
But it passes. And then, above the cataracts,
where the water eases and takes the rain
like a boiling mirror instead:
always a greater treasure of fish,
and then a greater one still in the tiny creeks
                 we call igarapés

and into that slow-moving catch
as bizarre as a netted dream, I sink
my heart's current, the lines of its wonder
tracing the body of my fish
from the promontory of its ancient head
               to its long and breakable tail.

© Eyewear Publishing
Extraído de: The Illuminated World
London: Eyewear Publishing, 2014
Produção de áudio: Haus für Poesie, 2016

Liebhaberin der Amazonas-Welse

Sie sagen, es sei vernünftig, nach innen zu schauen
auf die eigene Obsession, sich ihrer bewusst zu sein, sie zu lieben,
aber ich sage dir, wenn die Stürme kommen
und der Regen ist ein Steinschlag über dem Fluss,
dann muss ich meine Augen vor seinem Stechen verschließen.
                       An meiner kinderlosen Hüfte

beginnt der Schmerz an der Stelle des Hosenbundes,
wo ich meinen Daumen einhake. Dann kommen die Wellen
über das Kanu, als wollten sie mich in Reichweite
des Ufers ertränken, und ich muss überlegen,
wohin würde ich springen, sollte ein Kaiman
                       vor meinen Füßen landen.

Aber das geht vorbei. Und dann, über den Wasserfällen,
wo der Strom ruhiger wird und der Regen sich sammelt
wie in einem kochenden Spiegel:
Da ist immer ein größerer Reichtum an Fischen,
und dann ein noch größerer in den stillen Seitenarmen,
                     die wir igarapés nennen

und durch diesen langsam dahinziehenden Fang,
so bizarr wie ein engmaschiger Traum, lasse ich
die Strömung meines Herzens fließen, die Linien ihres Erstaunens
vermessen den Körper meines Fisches,
vom Sporn seines altertümlichen Kopfes
                     bis hin zu seinem langen, gegabelten Schwanz.


Übersetzung: Matthias Kniep und Nadja Küchenmeister