Timo Berger

alemão

interlúdio em forma de Pessoa

fumando inexplicavelmente versos
é que me conheço fumo
dos grandes invisíveis humanos

conheço a névoa das substâncias
mas um corpo líquido é que penso
tenho desejo de mim ao passar pelas ruas de ontem
queria ter-me entrar por mim como um verso
uma espada consciente de carne
que me dissesse que existo e sou agora
o vazio mais visível dos meus sonhos

é dessa fome que traço um caminho bífido
mais ou menos raso de raiz angústia
quando ardem versos e caminho pelas ruas de hoje
tocando apenas nos gestos avenidas de ontem
como se reconstitui um corpo de amante perdido
de pé nas escadarias dos sonhos mortos

tenho um essencial desejo dessa natureza
viva e morta que ubiquamente é eu
fumo-me para me encontrar entre essa neblina
entre a circunstância dos dedos e das rugas
consumo-me burlescamente ultraliricamente
o que me sai do genital celeste
a minha vida a existir é um vício textual
uma vontade de partículas incendiadas
pelo cego sentido que comanda tudo

(à porta do azul o anjo chamou-me
com contrários sentou-me num livro de vidro
abriu-me o livro pelas costas sussurrando
«entra no livro e come»
o mistério das asas arde na garganta
como o pó que a viva palavra levanta

o amor chegou vinha duma ópera de gluck
entrou-me pelas imaginações com sede
bebedor de distâncias e deixou-me depois
da sublime carne das fendas interiores
um corpo apenas é este o meu caminho)

tenho passado assim o coração dos becos
lembro-me do prazer da roupa suja
da noite íntima e quente de eu ser usado
pelo meu próprio sonhado outro
minha vida verdadeira saudade de pedra
onde eu sou maximamente nada
a cruz a morte e a salvação

ler a minha vida assim tão medievalmente geométrica
tão em tesão essencial da morte
dá-me o prazer carnívoro de me escrever
de me deitar rasgado pelo texto fora
comendo os braços de mágoas e a pedra em sangue
numa brutal obsessão mística por mesmo mim
escrevendo-me noutro corpo que me leia

alimento-me da minha própria fome
grito-me engenho-me
trituro-me em todos os versos
na carne abandonada de mim eu tenho fome
no rosto dividido de mim eu tenho fome
do corpo percebido de mim eu tenho fome

mas é desta avenida eu que caminho que me alimento
neste acto pétreo gnóstico de mim este
masoquimisticamente sobre-viver-me
é este o meu ciclo alimentar e assassino
essa palavra de eu me morder na boca

na carne final de que me vivo
na língua de pedra dos grandes invisíveis
eu como o meu total milagre
biofágico vivo

© Pedro Sena Lino
Extraído de: Biofagia
Quasi, 2003
Produção de áudio: Literaturwerkstatt Berlin 2008

zwischenspiel in form von Pessoa

einfach so verse rauchen
so kenne ich mich und rauche
große unsichtbare menschen

ich kenne den nebel der substanzen
denke aber an einen flüssigen körper
und begehre mich, wie ich auf den straßen des gestern spaziere
möchte mich durch mich eintreten sehen wie einen vers
ein schwert, das sich des fleisches bewusst ist
und mir sagt, dass ich existiere und jetzt
die himmelschreiende leere meiner träume bin

vor hunger zeichne ich einen gespaltenen weg
der fast ebenerdig an der wurzel der angst verläuft
wenn verse auflodern und ich auf den straßen des heute spaziere
berühre ich nur in gesten die avenidas des gestern
als ob ich den körper einer verlorenen geliebten wiederfände
am fuße der treppenhäuser gestorbener träume

ich habe ein essenzielles begehren nach dieser lebenden
und toten natur die überall ich ist
ich rauche um mir selbst in der wolke zu begegnen
in den umständen der finger und der falten
ich vollende grotesk und äußerst lyrisch
das was aus dem himmelsgenital herausquillt
mein leben die existenz ist wortwörtlich ein laster
der wille der teilchen die durch den verblendeten sinn
der alles befehligt entfacht wurden

(an der blauen tür rief mich der engel
setzte mich unter meinem protest an ein buch aus glas
klappte mir von hinten die seiten auf und flüsterte
»trete in das buch hinein und iss«
das rätsel der flügel brennt in meiner kehle
wie der staub aufgewirbelt von dem lebendige wort

die liebe traf ein kam in einer oper von gluck
drang durch die fantasie in mich mit dem durst
von einem der entfernungen schlürft und hinterließ mir
nach dem erhabenen fleisch den inneren rissen
einen körper nur das ist mein weg)

ich bin so durch das herz der gassen gelaufen
erinnerte mich an die freude an schmutziger kleidung
an eine innige und heiße nacht in der ich missbraucht wurde
von dem von mir selbst erträumten anderen
mein leben wahrhaftige steinerne sehnsucht
wo ich allerhöchstens nichts bin
das kreuz der tod und die erlösung

mein leben so mittelalterlich geometrisch zu lesen
so in der essenziellen spannung des todes
verschafft mir das fleischliche vergnügen mich zu schreiben
mich draußen vom text zerrissen hinzulegen
und die arme des kummer zu verspeisen und den blutigen stein
in einer brutalen mystischen obsession für mich selbst
schreibe ich mich ein in den anderen körper der mich liest

ich zehre an meinem eigenen hunger
rufe mich errichte mich
zerreibe mich in allen versen
in meinem verlassenen fleisch habe ich hunger
in meinem gespaltenen gesicht habe ich hunger
in meinem gespürten körper habe ich hunger

aber von der avenida auf der ich spaziere ernähre ich mich
von einem steinernen gnostischen akt das
masochistische mich-selbst-überleben
ist meine nahrungskette und ich ermorde
das wort vor lauter mir auf die lippen beißen

ins endgültige fleisch das mich lebt
in die steinerne zunge der großen unsichtbaren
ich verzehre mein totales lebendiges
biophagisches wunder

Aus dem Portugiesischen von Timo Berger