Pro J. K.

             Pavilon číslo dvacet tři.
             Říjnové slunce na zdi verandy –
             pamětní deska léta.
             – To je jak z Bunina, jak z Feta ...
  
Povědomé ornamenty,
pocit, že už jsem tu byl;
jarní vzduch mě obstoupil
jako zatažené plenty,

prochládal jsem, ranní stromy
zpátky paměť vracely,
k tváři slunce přitisklo mi
železo, kus oceli.

Oči rukou zacloněné,
v prstech šňůrky rubínů,
teplo sluncem položené
jako předmět na hlínu.

Jako by se na má záda
někdo přitisk, slunce skryl –
žíla stéká, modrá, chladná –
suchou rukou vzpomínky.

Okolo dubnového rána
jak kolem lůžka přecházím;
areál, klasicistní brána,
vítr a světlo, nárazy

do bílých zdí a verand
očíslovaných pavilonů,
plechové zvuky přes záclonu
vylétlou z okna, která

je jak směr, jako znamení
někomu jinému, mně ne.
Jak kolem bílé postele
s tělem stočeným k ostění,

se škopkem studené moči,
jantarové a sedlé,
jdu kolem rána, vedle.
Ne já – pár bezrukých očí.

Nepřítomně, zvykle, stroze
ruka sestry lůžko stele,
kovové a proleželé
jako slunce na obloze.

Linoleum s ornamenty.
Jak vzduch v jarních zahradách
svítí čtyři vlažné plenty
kol těla, jež vychládá.


                                1996

© Petr Borkovec 1998
Extraído de: Feldarbeit. Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier.
Wien: Edition Korrespondenzen, 2001
Produção de áudio: CD Otto Sander und Petr Borkovec lesen Petr Borkovec: Feldarbeit. Gedichte. Zweisprachig.
Aus dem Teschechischen von Christa Rothmeier.
Wien: Edition Korrespondenzen 2001.

Für J. K.

         Pavillon Nummer dreiundzwanzig.
         Die Oktobersonne auf der Verandamauer –
         Gedenktafel des Sommers.
         – Wie von Bunin, wie von Fet ...

Vertraute Ornamente,
das Gefühl, schon hier gewesen zu sein;
die Frühlingsluft umgab mich
wie ein geschlossener Vorhang,

ich fror, die morgendlichen Bäume
brachten das Gedächtnis zurück,
die Sonne drückte mir ein Eisen,
ein Stück Stahl, ans Gesicht.

Die Augen mit der Hand beschattet,
zwischen den Fingern Rubinketten,
Wärme, wie ein Gegenstand
von der Sonne auf die Erde gelegt.

Als hätte sich von hinten jemand
an mich gedrückt, verdeckte er –
die Ader fließt, blau, kalt –
mit der trockenen Hand der Erinnerung die Sonne.

Ich schreite um den Aprilmorgen
wie um ein Bett herum;
Areal, klassizistisches Tor,
Wind und Licht, die Stöße

gegen die weißen Mauern und Veranden
der nummerierten Pavillons,
blecherne Geräusche durch den aus dem Fenster
gewehten Vorhang, der

wie eine Richtung, wie ein Zeichen ist,
das einem anderen gilt, nicht mir.
Wie um das weiße Krankenlager
mit dem zur Wandverkleidung gedrehten Körper,

dem Gefäß kalten Urins,
bernsteingelb und abgestanden,
gehe ich um den Morgen, neben ihm.
Nicht ich – ein handloses Augenpaar.

Abwesend, gewohnt, schroff
glättet die Hand einer Schwester das Bett,
aus Metall und durchgelegen
wie die Sonne am Firmament.

Ein Linoleumboden mit Ornamenten.
Wie die Luft in den frühlingshaften Gärten
schimmern die vier lauwarmen Linnen des Vorhangs
um den erkaltenden Körper herum.


                     1996

aus: Petr Borkovec: Feldarbeit. Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier. Wien: Edition Korrespondenzen 2001.