Mercadería

No tuve un amigo imaginario.
No me subí con él a una casa en el árbol ni a los árboles.
No formé una pandilla ni hice pactos de sangre con los vecinos.
No jugué con ellos en la calle,
no me manché con barro porque ellos lo hiciesen
ni me entré por comida casera.
No usé la jardinera igual a mi hermano.
No me gustó la más linda del curso, no formé un club de nada.
No fui punk ni metalero. No actué en una compañía.
No me asocié a un club deportivo ni a una liga de fútbol,
menos a una tribu urbana.
No participé en ninguna junta de vecinos.
No milité en un partido político.
Casi ni fui a los cumpleaños familiares. No conocí a los sobrinos menores.
No conviví con una pareja ni me proyecté más allá de sus caderas.
No llamé ni me llamaron diariamente.
Nadie me fue y a nadie le fui incondicional. Ni lo pedí.
No tuve un colectivo ni un grupo cerrado de amigos.
No hubo una cofradía a la que pedirle pega,
no recurrí a influencias protectoras, ni las hubo.
No trabajé con compañeros de estudio.
No confabulé con grupo alguno para instalar a alguien.
No me esperó nadie en las ciudades a que me mudé ni tuve domicilio fijo.
No me sentí inseguro para pedir el mismo cigarrillo o el mismo trago
de la tele. No tuve tele ni sus temas.
No tuve cargas familiares en la isapre ni tuve isapre.
Tampoco ropa de marca ni la necesité.
No me inscribí en messenger, blogs, fotologs ni facebook.
No tuve deudas ni aparenté lo que no tuve.
Mi tiempo pasado jamás me pareció mejor.
No cambié mi vida por la de nadie ni lo haría.
No los cargué con mis problemas por parecerme menos graves
y los del resto me fastidiaron un poco.
Soy absolutamente libre (y me arrepiento).

© Enrique Winter
From: Guía de despacho
Santiago: Cuarto Propio, 2010
Audio production: Taken from the album 'Agua en polvo' (Santiago: Cápsula Discos, 2012) by Winter Planet

Handelsware

Ich hatte keinen Fantasiefreund.
Ich bin weder mit ihm in Baumhäuser geklettert noch auf Bäume.
Ich gehörte keiner Bande an und habe keine Blutsbrüderschaft mit den Nachbarn geschlossen.
Ich habe nicht mit ihnen auf der Straße gespielt,
habe mich nicht dreckig gemacht, nur weil sie das gemacht haben,
bin auch nicht zum Essen mit zu ihnen gegangen.
Ich habe nicht die gleichen Hosen getragen wie mein Bruder.
Ich stand nicht auf die Klassenschönste, habe keinen Club für irgendwas gegründet.
Ich war weder Punk noch MetalFan.
Ich habe in keiner Theatergruppe gespielt.
Ich bin keinem Sportverein beigetreten, war nie in einer Fußballmannschaft,
erst recht nicht Teil einer Jugendbewegung.
Ich habe keiner Nachbarschaftsversammlung beigewohnt.
Ich war nie Mitglied einer politischen Partei.
Ich bin fast nie zu Familiengeburtstagen gegangen. Meine kleinen Neffen kenne ich nicht.
Ich habe weder mit einer Freundin zusammengewohnt, noch mich über ihre Hüften hinaus mit ihr befasst.
Ich habe weder jemanden täglich angerufen, noch bin ich selbst täglich angerufen worden.
Niemand lag mir je zu Füßen oder ich ihm, noch habe ich mir das gewünscht.
Ich war nie Teil eines Kollektivs oder einer Clique.
Ich bin keiner Genossenschaft beigetreten, die einen Job für mich gehabt hätte,
habe keine schützende Hand in Anspruch genommen, es gab auch keine.
Ich habe nicht mit Studienkollegen zusammen gelernt.
Ich habe mich mit keiner Gruppe verschworen, um jemanden zu befördern.
Niemand hat mich je in den Städten erwartet, in die ich gezogen bin, noch hatte ich einen festen Wohnsitz.
Ich hatte nie Bedenken, mir die Zigarette oder den Drink aus dem Fernsehen zu kaufen. Ich hatte
weder einen Fernseher, noch kannte ich seine Moden.
Ich hatte keine Familienlasten in der Privatversicherung, noch hatte ich eine Privatversicherung.
Auch keine Markenklamotten, die brauchte ich auch nicht.
Ich habe mich weder bei Messenger angemeldet, noch bei Blogs, Fotologs oder Facebook.
Ich habe weder Schulden gemacht, noch Vermögen vorgetäuscht, das ich nicht hatte.
Frühere Zeiten schienen mir nie besser.
Ich habe nie mein Leben für irgendjemanden verändert und würde das auch nicht tun.
Ich habe nie jemanden mit meinen Problemen belastet, um mein Herz zu erleichtern,
und die der anderen ödeten mich immer ziemlich an.
Ich bin vollkommen frei (und bereue es).

Aus dem chilenischen Spanisch von Léonce W. Lupette, Sarah Otter und Johanna Schwering
Aus: Oben das Meer unten der Himmel. Köln: Parasitenpresse, 2018