Peter Urban

deutsch

LAK

Usoda me vali. Včasih kot jajce. Včasih me
s šapami lomasti po bregu. Kričim. Upiram se.
Ves svoj sok zastavim. Ne smem tega delati.
Usoda me lahko utrne, to sem že začutil. Če

nam usoda ne piha na dušo, zmrznemo v hipu.
Preživljal sem dneve v strašni grozi, da sonce
ne bo več vzšlo. Da je to moj poslednji dan.
Čutil sem, kako mi svetloba polzi iz rok, in če

ne bi imel v žepu dovolj quarterjev in bi Metkin
glas ne bil dovolj mil in prijazen in konkreten
in stvaren, bi mi duša ušla iz telesa, kot mi

enkrat bo. S smrtjo je treba biti prijazen. Vse
je skupaj v vlažnem cmoku. Domovanje je, od koder
smo. Živi smo samo za hip. Dokler se lak suši.

© Tomaž Šalamun
Aus: Ambra
Ljubljana : Mihelač, 1995
Audioproduktion: Študentska založba

LACK

Das Schicksal rollt mich. Manchmal wie ein Ei. Manchmal

bricht es mich mit den Tatzen am Ufer. Ich schreie. Widersetze mich.

Setze allen meinen Saft ein. Das darf ich nicht tun.

Das Schicksal löscht mich zu leicht aus, das habe ich gespürt. Wenn uns


das Schicksal keinen Wink gibt, erfrieren wir im Nu.

Ich habe Tage des schrecklichsten Grauens erlebt, die Sonne

könnte nicht wieder aufgehn. Das sei mein letzter Tag.

Ich spürte, die Helligkeit entglitt meinen Händen, und wenn


ich nicht genug Geld in der Tasche hatte und wenn Metkas

Stimme nicht nett und freundlich genug war und konkret

und wirklich, möchte mir die Seele aus dem Körper weichen, wie


sie es einmal tun wird. Zum Tode sei man freundlich. Alles

ist in einem feuchten Kloß zusammen. Zuhause ist, von wo

wir sind. Lebendig sind wir nur im Nu. Bis der Lack getrocknet ist.


Aus dem Slowenischen von Peter Urban
© Edition Korrespondenzen, Franz Hammerbacher, Wien 2003

aus: Tomaž Šalamun, Vier Fragen der Melancholie. Gedichte. Slovenisch/Deutsch,
Aus dem Slovenischen und mit einer Nachbemerkung von Peter Urban.