Paul Celan 
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Gedichte

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Schliere deutsch

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Paul Celan 
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Foto © Renate von Mangoldt
* 23.11.1920, Czernowitz, Rumänien
20.04.1970, Paris, Frankreich

Paul Celan wird am 23. November 1920 als einziges Kind deutschsprachiger Juden in Czernowitz (Bukowina) geboren.

1947 ändert er seinen Familiennamen Antschel in Celan (Anagramm zu Ancel).

Nach dem Abitur im Juni 1938 nimmt Celan das Medizinstudium an der Ecole de Médicine in Tours (Frankreich) auf. Er reist über Berlin, am Tag nach der ersten Nacht der Pogrome, die von Nationalsozialisten zynisch und verharmlosend „Reichskristallnacht“ genannt wurden.

Nach dem Kriegsausbruch im September 1939 kehrt er zurück und beginnt ab November das Studium der Romanistik an der Universität in Czernowitz.

1940 wird der nördliche Teil der Bukowina (mit der Hauptstadt Czernowitz) sowjetisch, im Juli 1941 wird die Stadt durch deutsche und rumänische Truppen besetzt und ein jüdisches Ghetto errichtet.

1942 werden die Eltern deportiert. Im Herbst des Jahres findet der Vater den Tod im KZ, die Mutter bald darauf durch einen Genickschuß.

Celan arbeitet als Zwangsarbeiter im Straßenbau und in einem Arbeitslager in Rumänien.

Im Herbst 1943 wird die Bukowina sowjetisch.

Im Winter 1943/44 kehrt er aus dem Arbeitslager zurück nach Czernowitz und nimmt im Herbst 1944 sein Studium wieder auf.

Ab 1945 arbeitet er als Übersetzer und Verlagslektor für russische Literatur in Bukarest.

Im Mai 1947 erscheinen zum ersten Mal Gedichte von ihm, und zwar in der einzigen Nummer der rumänischen Zeitschrift Agora, die von Ion Caraion herausgegeben wurde und die zum erstenmal nach dem Krieg wieder deutsche Gedichte druckte. Seit seinen ersten Veröffentlichungen benutzte er das rumänisierte Anagramm seines Namens (Ancel - Celan).

Im Dezember 1947 emigriert er nach Wien und siedelt im Juli 1948 nach einer Frankreich-Reise nach Paris um. Im November 1949 macht er die Bekanntschaft von Yvan Goll.

1950 beginnt er das Studium der Germanistik und Sprachwissenschaft an der Sorbonne, Licence ès Lettres.

1952 heiratet er die Graphikerin Gisèle Lestrange.

Vom 23. bis 25. Mai 1952 liest er auf einer Tagung der Gruppe 47 in Niendorf an der Ostsee.

1955 wird sein Sohn Eric geboren.

Seit 1959 arbeitet er als Übersetzer, freier Schriftsteller und als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der École Normale Supérieure (Rue d’Ulm). Zu seinem lyrischen Werk tritt in dieser Zeit eine umfangreiche übersetzerische Arbeit (u.a. Rimbaud, Valéry, Ungaretti, Jessenin, Mandelstam).

1968 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift L’Éphémère.

Im Herbst 1969 reist er nach Israel und Palästina.

Vermutlich am 20. April 1970 wählt der Dichter den Freitod in der Seine.

Publikationen
  • Der Sand aus den Urnen

    Wien: Sexl, 1948

  • Edgar Jené und der Traum vom Träume

    Der Traum vom Träume

    Text zu 8 Lithographien von Edgar Jené

    Wien: Sextl, 1948

  • Mohn und Gedächtnis

    Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1952

  • Von Schwelle zu Schwelle

    Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1955

  • Sprachgitter

    Frankfurt am Main: Fischer, 1959

  • Gedichte

    Eine Auswahl

    Auswahl und Anmerkungen von Klaus Wagenbach, unter Mitarbeit des Autors

    Frankfurt am Main: Fischer, 1962

  • Die Niemandsrose

    Frankfurt am Main: Fischer, 1963

  • Atemkristall

    Mit 8 Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange

    Paris: Brunidor, 1965

  • Atemwende

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1967

  • Diese / freie / grambeschleunigte / Faust

    Mit 6 Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange

    Paris: Brunidor, 1967

  • Ausgewählte Gedichte

    Zwei Reden

    Nachwort von Beda Allemann

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1968

  • Fadensonnen

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1968

  • Todtnauberg

    Vaduz: Brunidor, 1968

  • Schwarzmaut

    Mit 15 Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange

    Vaduz: Brunidor, 1969

  • Lichtzwang

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1970

  • Schneepart

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1971

  • Gedichte in zwei Bänden

    Editorisches Nachwort von Beda Allemann

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1975

  • Schneepart

    Faksimile der Handschrift aus dem Nachlaß

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1976

  • Zeitgehöft

    Späte Gedichte aus dem Nachlaß

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1976

  • Die Silbe Schmerz

    Ausgewählte Gedichte und zwei Reden

    Ausgewählt von Klaus Schuhmann

    Berlin, DDR: Aufbau, 1980

  • Gesammelte Werke in fünf Bänden

    Gedichte und Übertragungen

    Hrsg. von Beda Allemann und Stefan Reichert, unter Mitwirkung von Rolf Bücher

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1983

  • Gedichte 1938-1944

    Faksimile und Transkription der Handschrift

    Vorwort von Ruth Kraft. 2 Bde

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1986

  • Das Frühwerk

    Hrsg. von Barbara Wiedemann

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1989

  • Werke

    Historisch-kritische Ausgabe

    Hrsg. von Beda Allemann u.a.

    Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990 ff., 1990

  • Die Hand voller Stunden und andere Gedichte

    Auswahl und Nachwort von Michael Krüger

    München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1991

  • Eingedunkelt und Gedichte aus dem Umkreis von Eingedunkelt

    Hrsg. von Bertrand Badiou und Jean-Claude Rambach

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991

  • Ich hörte sagen

    Gedichte und Prosa

    Gelesen von Paul Celan. 2 MC

    München: Der HörVerlag, 1997

  • Die Gedichte aus dem Nachlass

    Hrsg. von Bertrand Badiou, Jean C. Rambach und Barbara Wiedemann. Anmerkungen von Barbara Wiedemann und Bertrand Badiou

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1997

  • Die Gedichte

    Neue kommentierte Gesamtausgabe

    Mit 25 Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange Herausgegeben von Barbara Wiedemann

    Berlin: Suhrkamp, 2018

  • Mikrolithen sinds, Steinchen

    Die Prosa aus dem Nachlaß. Kritische Ausgabe

    Herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann und Bertrand Badiou

    Berlin: Suhrkamp, 2018

Preise
  • 1957 Ehrengabe des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie.

  • 1958 Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen

  • 1960 Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt

  • 1964 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf

Links
  • Paul Celan - Video clip

    Paul Celan liest die Gedichte 'Im Schlangenwagen' und 'Harnischsstriemen' (1969) [found in the Dead Poets Almanac]

    Website (de)
  • Celan Projekt

    Eine multimediale Annäherung an die 'Todesfuge'

    Website
  • Paul Celan liest Gedichte in Jerusalem (1969)

    Website
Video