Mascha Kaléko 
Autor:in

Gedichte

Original

Übersetzung

Möblierte Melancholie deutsch

Ohne Überschrift ... deutsch

Krankgeschrieben deutsch

Kleine Auseinandersetzung deutsch

Das Ende vom Lied deutsch

Bescheidene Anfrage deutsch

Interview mit mir selbst + Post Scriptum deutsch

Mascha Kaléko 
Autor:in

* 07.06.1907, Chrzanów, Polen
21.01.1975, Zürich, Schweiz

Die aus einer russisch-jüdischen Familie stammende Mascha Kaléko (geborene Golda Malka Aufen) verlebt ihre Kindheit in Marburg/Lahn und Berlin. Neben einer Sekretärinnenausbildung und Büroarbeit für die Jüdische Gemeinde besucht sie Abendkurse in Philosophie und Psychologie u.a. an der Humboldt-Universität.

Ab 1930 veröffentlicht sie, gefördert von dem Kritiker Monty Jacobs, nach ersten Publikationen in der "Vossischen Zeitung" regelmäßig Gedichte im "Berliner Tagblatt", der "Welt am Montag" und anderen Berliner Tageszeitungen.

Kaléko schreibt neben Gedichten Lieder und Chansons, die von ihr selbst, von Claire Waldoff, Rosa Valetti, Annemarie Hase und Tatjana Sais im Radio und in Kabaretts vorgetragen werden. Ende der zwanziger Jahre steht sie in Kontakt mit der künstlerischen Avangarde Berlins, die sich im "Romanischen Café" trifft. Hier verkehrt sie mit Malern, Schauspielern und Literaten wie Else Lasker-Schüler, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz.

1933 erscheint ihr Debut Das lyrische Stenogrammheft, wird begeistert rezensiert und ein Verkaufserfolg. Es gehört nicht zu den am 10.5.1933 auf dem Berliner Opernplatz verbrannten Büchern. 1934 druckt Rowohlt ihr Kleines Lesebuch für Große und 1935 eine Neuauflage des Erstlings. 

Nach weiteren Angriffen durch die Nazi-Presse und ihrem Ausschluß aus der Reichsschrifttumskammer (August 1935) emigriert Kaléko schließlich 1938 mit ihrem zweiten Mann, dem Musikwissenschaftler Chemjo Vinaver, nach New York. Dort verfasst sie, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, u.a. Werbetexte für Toilettenartikel und Unterwäsche. Neben Dolmetschertätigkeiten für Vinaver, der weiter dirigiert und komponiert, bleibt ihr wenig Zeit für eigene Produktionen.

Erst 1945 erscheinen im Schoenhof-Verlag, Cambridge, Massachusetts, ihre "Verse für die Zeitgenossen". Eine Lizenzausgabe kommt in Deutschland als erste Veröffentlichung nach dem Krieg erst 1958 bei Rowohlt heraus. Sie beschert ihr das lang ersehnte Comeback. Ihre Bücher werden wieder aufgelegt, sie wird zu Lesereisen und Rundfunkinterviews eingeladen. Den Höhepunkt ihrer Karriere stellt die Nominierung für den Fontanepreis 1960 dar. Sie zieht ihre Kandidatur jedoch aufgrund der früheren SS-Zugehörigkeit des Jurymitglieds Hans Egon Holthusen zurück.

Nach zwei Europareisen in der zweiten Hälfte der 50er Jahre übersiedeln Vinaver und Kaléko 1960 nach Israel. Während dies für die Arbeit ihres Mannes eine bedeutende Rolle spielt, lebt Kaléko wie eine Touristin in Jerusalem. Krank und kraftlos, lernt sie nur wenig Hebräisch und bleibt weitgehend isoliert. In den 60er Jahren erscheinen u.a. "Der Papagei, die Mamagei und andere komische Tiere" und "Verse in Dur und Moll"; ein Erfolg, dem ihres Debuts vergleichbar, bleibt jedoch aus.

1968 stirbt überraschend Kalékos Sohn Evjatar, 1973 ihr Mann. Sie schreibt in der Folge eine große Zahl von Gedichten, die erst posthum veröffentlicht werden. 1975 stirbt Mascha Kaléko auf ihrer letzten Europareise in Zürich an Magenkrebs.

Publikationen
  • Das lyrische Stenogrammheft

    Verse vom Alltag

    Berlin: Rowohlt, 1933

  • Kleines Lesebuch für Große

    Gereimtes und Ungereimtes

    Berlin: Rowohlt, 1934

  • Verse für Zeitgenossen

    Cambridge, Massachusetts: Schoenhof-Verlag, 1945

  • Das lyrische Stenogrammheft. Kleines Lesebuch für Große

    Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1956

  • Verse für Zeitgenossen

    Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1958

  • Der Papagei, die Mamagei und andere komische Tiere

    Ein Versbuch für verspielte Kinder sämtlicher Jahrgänge

    Illustrationen von Günther Simon

    Hannover: Fackelträger-Verlag, 1961

  • Verse in Dur und Moll

    Olten: Walter-Verlag, 1967

  • Das himmelgraue Poesiealbum der Mascha Kaléko

    Berlin: Blanvalet, 1968

  • Wie’s auf dem Mond zugeht und andere Verse

    Berlin: Blanvalet, 1971

  • Hat alles seine zwei Schattenseiten

    Sinn- und Unsinnsgedichte

    Düsseldorf: Eremiten-Presse, 1973

  • Feine Pflänzchen

    Rosen, Tulpen, Nelken und nahrhaftere Gewächse

    Mit 12 Zeichnungen von Helga Gebert

    Düsseldorf: Eremiten-Presse, 1976

  • Der Gott der kleinen Webfehler

    Spaziergänge durch New Yorks Lower Eastside und Greenwich Village

    (Broschur 75)

    Düsseldorf: Eremiten-Presse, 1977

  • In meinen Träumen läutet es Sturm

    Gedichte und Epigramme aus dem Nachlaß

    Hrsg. und eingel. von Gisela Zoch-Westphal

    München: dtv Verlagsgesellschaft, 1977

  • Heute ist morgen schon gestern

    Gedichte aus dem Nachlass

    Berlin: Arani Verlag, 1980

  • Tag- und Nacht-Notizen

    (Broschur 105)

    Düsseldorf: Eremiten-Presse, 1981

  • Heute ist morgen schon gestern

    Gedichte aus dem Nachlass

    Hrsg. u. eingel. von Gisela Zoch-Westphal. Mit Federzeichnungen von Horst Wolniak.

    München: dtv Verlagsgesellschaft, 1983

  • Ich bin von anno dazumal

    Chansons, Lieder, Gedichte

    Berlin: Arani Verlag, 1984

  • Der Stern, auf dem wir leben

    Verse für Zeitgenossen

    Mit Zeichnungen von Werner Klemke

    Reinbek: Rowohlt Verlag, 1984

  • Die paar leuchtenden Jahre

    München: dtv Verlagsgesellschaft, 2003

  • Liebesgedichte

    Ausgewählt von Elke Heidenreich

    Frankfurt am Main: Insel Taschenbuch, 2007

  • Mein Lied geht weiter

    Hundert Gedichte

    München: dtv Verlagsgesellschaft, 2007

  • Sämtliche Werke und Briefe in vier Bänden

    Band 1: Werke. Band 2: Briefe 1932–1962. Band III: Briefe 1963–1975. Band IV: Kommentar

    Herausgegeben und kommentiert von Jutta Rosenkranz

    München: dtv Verlagsgesellschaft, 2012

  • Sei klug und halte dich an Wunder

    Gedanken über das Leben

    Herausgegeben von Gisela Zoch-Westphal und Eva-Maria Prokop

    München: dtv Verlagsgesellschaft, 2013

  • Liebst du mich eigentlich?

    Briefe an ihren Mann

    Herausgegeben von Gisela Zoch-Westphal und Eva-Maria Prokop

    München: dtv Verlagsgesellschaft, 2015

  • Bewölkt, mit leichten Niederschlägen

    Gesammelte Gedichte

    mit 34 farbige Illustrationen/Zeichnungen von Hans Ticha

    Frankfurt am Main: Büchergilde Gutenberg, 2020

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