Marie Luise Kaschnitz 
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Gedichte

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Marie Luise Kaschnitz 
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* 31.01.1901, Karlsruhe, Deutschland
10.10.1974, Rom, Italien

Marie Luise Kaschnitz wird am 31.1.01 in Karlsruhe als Marie Luise Freifrau von Holzing-Berstett geboren.

Sie verlebt ihre Kindheit zum großen Teil in Potsdam und Berlin, da ihr Vater dort als Generalmajor seinen Dienst in der preußischen Armee tut.

Die Zeit vor und während des ersten Weltkrieges verbringt sie in einem Mädchenpensionat. Nach dem Krieg zieht sie mit ihren Eltern nach Freiburg im Breisgau.

Ab 1921 absolviert sie eine Lehre als Buchhändlerin in der Thelemannschen Buchhandlung in Weimar, um anschließend im O.C.-Recht-Verlag in München zu arbeiten.

1925 heiratet sie den Wiener Archäologen Guido von Kaschnitz-Weinberg, den sie von nun an in die Städte begleitet, in denen er Lehraufträge annimmt. Da sie fortan mehr und mehr als Haus- und Ehefrau eingebunden ist, fällt es ihr zunehmend schwerer, mit der eigenen Arbeit voranzukommen: “Ich habe oft heimlich, im Caféhaus, zwischen den Einkäufen gearbeitet“, sagt sie später in einem Werkstattgespräch mit Horst Bienek.

1928 wird ihre Tochter Iris Constanza geboren.

1933 veröffentlicht Cassirer in Berlin ihren erster Roman Liebe beginnt. In diesem Jahr entstehen auch die ersten Gedichte. Zugleich zieht sie sich mehr und mehr ins Private zurück, in innerer Opposition zum Nazi-Regime.

Nach 1945 beginnt sie regelmäßig zu veröffentlichen, ist aber nach wie vor nur einem kleineren Kreis von Lesern bekannt, bis sie 1951 die Erzählung Das dicke Kind veröffentlicht, die sie schlagartig berühmt macht.

1955 wird ihr der Georg-Büchner-Preis verliehen. In ihrer Rede zur Preisverleihung zieht sie fast schon ein frühzeitiges Resümee ihrer dichterischen Arbeit: "All meine Gedichte waren eigentlich nur ein Ausdruck des Heimwehs nach einer alten Unschuld oder der Sehnsucht nach einem aus dem Geist und der Liebe neu geordneten Welt.“

1958 stirbt ihr Mann Guido von Kaschnitz in Frankfurt, wo beide mit kurzen Unterbrechungen seit 1941 wohnten, und Marie Luise Kaschnitz bis zu ihrem Tod wohnen bleiben wird.

1960 nimmt sie den Lehrstuhls für Poetik in Frankfurt an. 1967 wird ihr die Friedensklasse des Pour le mérite verliehen. 1968 erhält sie die Ehrendoktorwürde der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität der Stadt Frankfurt.

Marie Luise Kaschnitz stirbt während eines Besuches bei ihrer Tochter Iris Constanza am 10.10.74 in Rom.

Der Literaturkritiker Heinrich Vormweg schrieb über sie: „Ich hatte mir lange vorher ein Bild gemacht, das Bild einer älteren Dame, die bei betonter Modernität ihrer literarischen Hervorbringungen dieser Gegenwart schon nicht mehr so recht angehörte, dafür von Adel und humanistisch gebildet war... Jetzt, mit Marie Luise Kaschnitz am selben Tisch sitzend, erfuhr ich, daß dieses Bild zwar einiges mit ihrem Image zu tun hatte, doch nichts mit ihr selbst... Sie war eine stimulierende Zuhörerin, wach, aufmerksam, gefesselt von Neuem. Sie sprach wenig, und immer nur aufs Thema zu, ohne das geringste Bedürfnis zur Selbstdarstellung... Sie war vorurteilslos offen, ja lernbegierig. Noch als Siebzigjährige. Und es minderte nicht, sondern bestätigte ihre eigenartige Autorität.

Marie Luise Kaschnitz merkte dazu in Orte und Menschen an: „Ich werde geschont, wahrscheinlich, weil ich alt bin, sogar, wie es zu meinem Ärger gelegentlich heißt, eine grand old lady der Literatur. In den Interviews stellt man mir keine Fragen, die meine politischen Ansichten betreffen, mein Engagement, meine Progressivität. Niemand will wissen, ob ich es mit den Roten Zellen halte oder mit dem Papst... Die Frage, ob ich ein auf der Flucht befindliches Mitglied der Baader-Meinhof-Gruppe in meiner Wohnung versteckt hätte, ist mir nie gestellt worden. Statt dessen soll ich von Rom erzählen... Es versteht sich, dass solche Interviews langweilig ausfallen und dass ich nachgerade selbst den Wunsch habe, Farbe zu bekennnen. Denn ich habe doch allerhand zu sagen, und zwar gerade vom Standpunkt einer siebzigjährigen Bürgerin aus. Zum Beispiel, dass ich mit dem Herzen, wenn der Ausdruck erlaubt ist, auf der Seite der Schwachen und der Unterdrückten stehe... Dass ich aber von Altersjahr zu Altersjahr den Terror und die Gewaltanwendung mehr verabscheue, also eine miserable Revolutionärin bin. Ich gehöre demnach, und das sei einmal ausgesprochen, zu denen, die man vor kurzem als "liberale Scheißer" bezeichnet hat.“

Publikationen
  • Liebe beginnt

    Roman

    Berlin: Cassirer, 1933

  • Elissa

    Roman

    Berlin: Universitas, 1937

  • Menschen und Dinge

    Zwölf Essays

    Heidelberg: L. Schneider, 1946

  • Totentanz und Gedichte zur Zeit

    Hamburg: Claasen & Goverts, 1947

  • Gustave Courbet

    Roman eines Malerlebens

    Baden-Baden: Klein, 1949

  • Zukunftsmusik

    Gedichte

    Hamburg: Claasen & Goverts, 1950

  • Das dicke Kind und andere Erzählungen

    Krefeld: Scherpe, 1951

  • Ewige Stadt

    Rom-Gedichte

    Krefeld: Scherpe, 1952

  • Engelsbrücken

    Römische Betrachtungen

    Hamburg: Claasen, 1955

  • Das Haus der Kindheit

    Hamburg : Claasen, 1956

  • Neue Gedichte

    Hamburg: Claasen, 1957

  • Lange Schatten

    Erzählungen

    Hamburg: Claasen, 1960

  • Dein Schweigen - meine Stimme

    Gedichte 1958 - 1961

    Hamburg: Claasen, 1962

  • Hörspiele

    Hamburg: Claasen, 1962

  • Wohin denn ich

    Aufzeichnungen

    Hamburg: Claasen, 1963

  • Ein Wort weiter

    Gedichte

    Hamburg : Claasen, 1965

  • Überallnie

    Hamburg: Claasen, 1965

  • Ein Wort weiter

    Gedichte

    Hamburg: Claasen, 1965

  • Ferngespräche

    Erzählungen

    Frankfurt am Main: Insel, 1966

  • Beschreibung eines Dorfes

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1966

  • Marie Luise Kaschnitz spricht

    LP

    Freiburg: Christopherus, 1966

  • Tage, Tage, Jahre

    Aufzeichnungen

    Frankfurt am Main: Insel, 1968

  • Vogel Rock

    Unheimliche Geschichten

    Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1969

  • Die fremde Stimme

    Hörspiele

    München: DTV, 1969

  • Steht noch dahin

    Neue Prosa

    Frankfurt am Main : Insel, 1970

  • Gespräche im All

    Hörspiele

    Frankfurt am Main: Fischer, 1971

  • Kein Zauberspruch

    Gedichte

    Frankfurt am Main: Insel, 1972

  • Das alte Thema

    Gedichte


    (Mit Illustrationen von Axel Hertenstein)

    Darmstadt, Neuwied: Eremiten-Presse, 1972

  • Eisbären

    Erzählungen

    Frankfurt am Main: Insel, 1972

  • Orte

    Aufzeichnungen

    Frankfurt am Main: Insel, 1973

  • Gesang vom Menschenleben

    Gedichte

    Darmstadt, Neuwied: Eremiten-Presse, 1974

  • Ein letztes Gedicht

    In: Merkur Nr. 29, S. 26 -27, 1975

  • Gesammelte Werke in sieben Bänden


    (Hg. von Christian Büttrich und Norbert Miller)

    Frankfurt am Main: Insel, 1981 ff

  • Marie Luise Kaschnitz liest Marie Luise Kaschnitz

    CD

    (Wiederveröffentlichung der Christopherus-LP)

    Heidelberg : MusiContact, 1996

Auszeichnungen
  • 1955 Georg-Büchner-Preis

  • 1957 Immermann-Preis der Stadt Düsseldorf

  • 1961 Villa-Massimo-Stipendium

  • 1966 Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt

  • 1967 "Pour le Mérite"-Orden (Friedensklasse)

  • 1968 Ehrendoktorat der Universität Frankfurt

  • 1970 Johann-Peter-Hebel-Preis

  • 1971 Goethe-Plakette der Landes Hessen

  • 1973 Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Bad Gandersheim

Links
  • Homepage (de)

    Seite zum 100sten Geburtstag von Marie Luise Kaschnitz. Hier finden sich auch weitere O-Töne.