Ernst Jandl 
Autor:in

Gedichte

Original

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luise deutsch

schtzngrmm deutsch

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auf dem land deutsch

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[is wosd sogn sogn wüsd a bisl hoat...] deutsch

beschreibung eines gedichtes deutsch

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Ernst Jandl 
Autor:in

Foto © gezett.de
* 01.08.1925, Wien, Österreich
09.06.2000, Wien, Österreich

Ernst Jandl wurde am 1. August 1925 in Wien geboren.

Nach dem Besuch der Höheren Schule, war er gezwungen ab 1943 seinen Militärdienst an der Front abzuleisten und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde.

Zurück in Wien studierte er Germanistik und Anglizistik, legte 1949 seine Lehramtsprüfung ab, und arbeitete darauffolgend – mit zeitweiliger Beurlaubung – bis 1979 als Lehrer.

1950 promovierte Jandl über die Novellen von Arthur Schnitzler. Seit 1952 publizierte er regelmäßig in Zeitschriften, seit 1964 zudem in Buchform.

Eine innige Freundschaft verband ihn mit Frederike Mayröcker seit Mitte der 50er Jahre. Mit ihr arbeitete er auch immer wieder literarisch zusammen.

1970/71 weilte er als Gast des DAAD in West-Berlin, im Herbst 1971 als Visiting German Writer an der University of Texas in Austin. 1972 unternahm er zusammen mit Mayröcker eine Vortragsreise durch die Vereinigten Staaten. 1977 hielt er an der Technischen Universität in Wien sechs Vorträge über neue Dichtung. 1984 übernahm er die Stiftungs-Dozentur für Poetik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main.

Ebenfalls ab 1984 trat er wiederholt mit den Musikern des Vienna Art Orchestra auf, seit 1992 mit dem Musiker Erich Meixner.

1995 wird ihm zu Ehren ein Symposium an der Universität Udine gegeben.

Jandl war seit 1951 Mitglied der Sozialistischen Partei Österreichs, seit 1970 der Akademie der Künste Berlins. 1973 war er Mitbegründer der Grazer Autorenversammlung. Seit 1981 war er korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, und seit 1984 Mitglied des Österreichischen Kunstsenats.

Ernst Jandl starb am 9.6.2000.

Bereits in seiner dritten Zeitschriften-Veröffentlichung in den „Neuen Wegen“ stellte Jandl seinen „Sprechgedichten“ eine programmatische Vorbemerkung vorraus:

„das sprechgedicht wird erst durch lautes lesen wirksam, länge und intensität der laute sind durch die schreibung fixiert. spannung entsteht durch das aufeinanderfolgen kurzer und langer laute (booooooooooooo- ooooooooooorrrrannn), verhärtung des wortes durch entzug der vokale (schtzngrmm), zerlegung des wortes und zusammenfügung seiner elemente zu neuen, ausdrucksstarken lautgruppen (schtzngrmm, ode auf N), variierte wortwiederholungen mit thematisch begründeter zufuhr neuer worte bis zur explosiven schlußpointe (kneipp sebastian). bestandteile eines einzelnen wortes sind die worte eines ironischen spiels um diese worte, das aus diesem prozeß erschöpft auftaucht (philosophie), aus dem grundwort gewonnene laute des überdrusses, der gleichgültigkeit, heftiger ablehnung und stärksten lebenswillens schlagen um in marktgeschrei als heldenkult (ode auf N), und aller ingrimm rollender rrr gilt der humorlosigkeit, dieser deutschen krankheit, die auch österreicher mitunter befällt.“

Ernst Jandl wurde bekannt als virtuoser Sprachspieler, und ging schon früh – spätestens Mitte der 70er Jahre – als solcher in den Kanon der Universitäts- und Schulliteratur ein. Zeitgleich setzte eine Gegenbewegung in seinen Texten ein, die der Germanist Hermann Korte im KLG wie folgt beschrieb: „Jandl schrieb beharrlich und konsequent gegen das Image vom lustig-netten Sprachclown an. Vom liebenswürdigen Ironiker und spielerischen Artisten, der Überraschungen zu allerlei Sprachwitz bereithält, ist im Spätwerk kaum etwas übrig geblieben. Von Gedichtband zu Gedichtband steigerten sich Melancholie und Sarkasmus. Ihr Fundament war ein Pessimismus, der von Anfang an latent im Werk verborgen war.“

Diese Haltung, die mehr und mehr von Verzweiflung und Todesnähe genährt wurde, drückt sich auch in dem Spätwerk „grab des“ aus:

du haben zudecken / ein erden für allen / steifen nicht mehr haben / selber sein ein steifer

Publikationen
  • klare gerührt.

    Frauenfeld: Eugen-Gomringer-Press, 1964

  • mai hart lieb zapfen eibe hold.

    Hg. von Bob Cobbing.

    London: Writers Forum Poets, 1965

  • Hosi-Anna.

    Mit Illustrationen von Thomas Bayrle und Bernhard Jäger.

    Bad Homburg: Gulliver-Presse, 1965

  • Sprechgedichte / Sound Poems.

    Schallplatte.

    Zusammen mit Bob Cobbing).

    London: Writers Forum Records, 1965

  • szenen aus dem wirklichen leben.

    (Regie: Ulrich Baumgartner).

    Urauführung: Theater an der Wien, 1966

  • Laut und Luise.

    Walter-Druck

    Olten: 1966

  • No music please.

    London: Turret, 1967

  • Sprechblasen

    Neuwied: Luchterhand, 1968

  • Fünf Mann Menschen.

    Hörspiel

    (Zusammen mit Mayröcker).

    Berlin: Wagenbach, 1968

  • Laut und Luise.

    Ernst Jandl liest Sprechgedichte.

    Schallplatte.

    Berlin: Wagenbach, 1968

  • Der Gigant.

    Hörspiel.

    (Zusammen mit Mayröcker).

    Ursendung: WDR, 1969

  • der künstliche baum.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1970

  • Spaltungen.

    Hörspiel.

    (Zusammen mit Mayröcker).

    Ursendung: WDR/SWF, 1970

  • Der Auswanderer.

    Hörspiel.

    Ursendung: WDR, 1970

  • Gemeinsame Kindheit.

    Hörspiel.

    (Zusammen mit Mayröcker).

    Ursendung: BR, 1970

  • Das Röcheln der Mona Lisa.

    Hörspiel.

    Ursendung: BR, 1970

  • der künstliche baum.

    Schallplatte.

    Neuwied: Luchterhand, 1970

  • flöda und der schwan.

    Stierstadt/Taunus: Eremiten-Presse, 1971

  • Fünf Mann Menschen. Hörspiele.

    (Zusammen mit Mayröcker).

    Neuwied: Luchterhand, 1971

  • Traube.

    (Zusammen mit Mayröcker).

    Ursendung: WDR, 1971

  • Der Uhrensklave.

    Hörspiel.

    Ursendung: SDR, 1971

  • hosi + anna.

    Schallplatte.

    Berlin: Wagenbach, 1971

  • der raum.

    szenisches gedicht für beleuchter und tontechniker.

    (Regie: Bruno Czeitschner).

    Urauführung: Studiobühne Villach, 1973

  • die männer.

    ein film.

    Düsseldorf: Eremiten-Presse, 1973

  • dingfest.

    Gedichte.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1973

  • übung mit buben.

    Berlin: Berliner Handpresse, 1973

  • Ernst Jandl: Das Röcheln der Mona Lisa / Helmut Heißenbüttel: Max unmittelbar vorm Einschlafen.

    Schallplatte.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand / Deutsche Grammophon, 1973

  • serienfuß.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1974

  • für alle.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1974

  • wischen möchten.

    Berlin: LCB-Editionen, 1974

  • alle freut was alle freut.

    Ein Märchen in 28 Gedichten.

    (Zu den Bildern von Walter Trier).

    Köln: Middelhauve, 1975

  • Drei Hörspiele.

    (Zusammen mit Mayröcker).

    Wien: Sessler, 1975

  • der versteckte hirte.

    Düsseldorf: Eremiten-Press, 1975

  • die humanisten.

    (Regie: Peter Lotschak).

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1976

  • die schöne kunst des schreibens.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1976

  • Klatschmohn.

    Köln: Middelhauve, 1977

  • 13 radiophone Texte (1966).

    Tonband.

    Düsseldorf: 1977, 1977

  • Die Humanisten.

    Hörspiel.

    Ursendung: WDR, 1977

  • die bearbeitung der mütze.

    Gedichte.

    Darmstadt, Neuwied

    Luchterhand, 1978

  • Aus der Fremde.

    Sprechoper in 7 Szenen.

    (Regie: Rainer Hauer).

    Urauführung: Schauspielhaus Graz, 1979

  • Aus der Fremde.

    Sprechoper in 7 Szenen.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1980

  • Aus der Fremde.

    Tonband.

    Düsseldorf: S-Press, 1980

  • der gelbe hund.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1980

  • him hanflang war das wort.

    Schallplatte.

    Berlin: Wagenbach, 1980

  • Aus der Fremde

    Sprechoper.

    WDR/HR, 1980

  • Augenspiele.

    Gedichte.

    Ost-Berlin: Volk und Welt, 1981

  • selbstporträt des schachspielers als trinkende uhr.

    gedichte.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1983

  • falamaleikum..

    gedichte und bilder.

    (Mit Bildern von Jürgen Spohn).

    Luchterhand : Luchterhand, 1983

  • Laut und Luise / hosi + anna.

    Schallplatte.

    Berlin: Wagenbach, 1983

  • ernst jandl live.

    Darmstadt, Neuwied:: Luchterhand, 1984

  • Ernst Jandl spricht Gedichte.

    Schallplatte.

    Frankfurt am Main: Interpress-Tonträger, 1984

  • bist eulen?.

    Schallplatte.

    Wien: Extraplatte, 1984

  • Gesammelte Werke.

    Gedichte, Stücke, Prosa.

    (in 3 Bänden herausgegeben von Klaus Siblewski).

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1985

  • Das Öffnen und Schließen des Mundes.

    Frankfurter Poetik-Vorlesungen.

    Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1985

  • Fünf Mann Menschen.

    Tonbandkassette.

    Stuttgart: Cottas Hörbühne, 1986

  • Weltgebräche.

    Schallplatte.

    (Zusammen mit Martin Haselböck).

    Graz: Musikprotokolle des ORF, 1986

  • Ottos Mops hopst.

    Ravensburg: Ravensburger Taschenbücher, 1988

  • vom vom zum zum.

    Schallplatte.

    Wien: Extraplatte, 1988

  • idyllen.

    gedichte.

    Frankfurt am Main: Luchterhand, 1989

  • szenen aus dem wirklichen leben.

    Hörspiel.

    (Zusammen mit Ernst Kölz).

    Ursendung: BR, 1990

  • das röcheln der mona lisa.

    ein hör- und lesebuch.

    Ost-Berlin: 1990, 1990

  • das röcheln der mona lisa. ein hör- und lesebuch

    Tonbandkassette.

    Ost-Berlin: Volk und Welt / VEB deutsche Schallplatten, 1990

  • Kopf-Stücke.

    (Mit Zeichnungen von von Ernst Skricka).

    Horn: Edition Thurnhof, 1991

  • der beschriftete sessel.

    (Mit 20 Radierungen von Thomas Ranft).

    Leipzig: Reclam, 1991

  • lieber ein saxophon.

    Schallplatte.

    Wien: Extraplatte, 1991

  • eile mit feile. Sprech- und Lautgedichte aus vier Jahrzehnten.

    2 Tonbandkassetten.

    München: Luchterhand, 1991

  • stanzen.

    Hamburg, Zürich: Luchterhand, 1992

  • jandls dilemma.

    Schallplatte.

    München: Schneeball, 1993

  • stanzen.

    Wien: Extraplatte, 1994

  • lechts und rinks.

    gedichte statements peppermints.

    München: Luchterhand, 1995

  • Aus der Fremde.

    Tonbandkassette.

    Wien: Ohrbuch, 1995

  • laut und luise. aus der kürze des lebens.

    Thurwil: du / hatart, 1995

  • peter und die kuh.

    Gedichte.

    München: Luchterhand, 1996

  • Immer höher.

    Bilderbuch.

    (Mit Illustrationen von Norman Junge).

    Weinheim: Beltz & Gelberg, 1996

  • Dingfest = Thingsure.

    Deutsch-englische Ausgabe.

    (Übersetzt von Michael Hamburger).

    Dublin, Manchester, Chester Springs: Poetry europe series, 1997

  • poetische werke.

    (in 10 Bänden herausgegeben von Klaus Siblewski).

    München: Luchterhand, 1997

  • fünfter sein.

    Bilderbuch.

    (Mit Illustrationen von Norman Junge).

    Weinheim: Beltz & Gelberg, 1997

  • Ottos Mops (trotzt) - Auf der Suche nach dem Jandl.

    CD-ROM.

    (Von Ludwig John und Bertram Quosdorf).

    Digital Publishing, 1997

  • Ernst Jandl im Gespräch mit Peter Huemer.

    Obermittelbach: Scholz, 1998

  • Antipoden. Auf der anderen Seite der Welt.

    Bilderbuch.

    (Mit Illustrationen von Norman Junge).

    Weinheim: Beltz & Gelberg, 1999

  • Autor in Gesellschaft.

    Aufsätze und Reden.

    München: Luchterhand, 1999

  • wien: heldenplatz.

    München: HörVerlag, 1999

  • aus dem wirklichen leben.

    gedichte und prosa.

    München: Luchterhand, 1999

  • Jandls Ernst.

    Frankfurt am Main: Eichborn, 2000

  • Letzte Gedichte.

    München: Luchterhand, 2001

  • Ottos Mops.

    Bilderbuch.

    (Mit Illustrationen von Norman Junge).

    Weinheim: Beltz & Gelberg, 2001

  • Werke in sechs Bänden

    Hrsg. von Klaus Siblewski

    München: Luchterhand, 2016

Auszeichnungen
  • 1968 Hörspielpreis der Kriegsblinden

  • 1974 Georg-Trakl-Preis (Gemeinsam mit Mayröcker)

  • 1976 Preis der Stadt Wien für Literatur

  • 1978 Österreichischer Würdungspreis für Literatur

  • 1982 manuskripte-Preis

  • 1984 Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur

  • 1984 Georg-Büchner-Preis

  • 1986 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold

  • 1989 Frankfurter Hörspielpreis

  • 1990 Peter-Huchel-Preis

  • 1991 Erich-Fried-Preis

  • 1993 Kleist-Preis

  • 1995 Friedrich-Hölderlin-Preis

  • 1996 Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die
    Republik Österreich

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