Ann Cotten

Ann Cotten

Gegenwartslyrik
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Ann Cotten

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Dieses Gedicht liegt in folgenden Übersetzungen vor:

ΜΕΤΩΝΥΜΙΑ, ΕΜΕΙΣ (Griechisch)
METONIMIJA, MI (Kroatisch)
Metonymy, us (Englisch)

Metonymie, wir

Ich sprech für dich, lass gut sein.
Lass gut sein, sag ich. Sei
beruhigt, sage ich, ich formuliere,
da können, wenn ich fertig bin, wir beide rein.

Das Dichten, sagst du, macht dich schrecklich müde.
Das Ich-Sagen erschöpft mich mehr, sag ich.
Breit doch dein Wir aus, du, das meint uns beide,
und dann machen wir Picknick drauf. Wirklich,

ich bring das Wort nur schwer über die Zähne
hinaus, sie schlagen hart gegeneinander,
wenn du mich meinst, ich dich und Grinsen
allein kann in ne Harmonie uns schwemmen,
wir fragen: wollen wir? Du sagst: Ich schon.
Du auch? Während ich mich an deine Zähne lehne.

Schenk ein! Merum schlägt dich und mich
über den ganzen Nachmittag in
den Tannin, das schwere, rötlich
schwarze Kleid der, ja, Verwechselungen.

Verklinken, bis wir weder aus noch ein,
nur schwirrend wissen von den Buchstaben
zu schließen mehr, wessen Initialen
wir nun tatsächlich in die Buche graben

mit meinem Messer. Deines ist zu klein
und klappt zurück, wenn man den Winkel falsch
berechnet. Bin dabei zu ritzen "DU",
als du dein Werk mir zeigst: du ritztest "ELVIS".

Okay, wir machen Fehler. Doch es lacht
ob unsrer Anstalten das blanke Sein.

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© Suhrkamp Verlag

Aus: Fremdwörterbuchsonette

edition suhrkamp, Frankfurt am Main 2007

Audioproduktion: 2007, Literaturwerkstatt Berlin