Stefan  Hertmans

Stefan Hertmans

Gegenwartslyrik
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Biographie Stefan Hertmans

Portrait Stefan  Hertmans

Geburtsdatum: 01.01.1951

Geburtsort: Gent, Belgien

Wohnort: Brüssel, Belgien

Stefan Hertmans (geb. 1951) debütierte 1981 mit dem Roman Ruimte (dt. "Raum"), in dem er mit experimenteller Prosa der traditionell-linearen, anekdotischen Erzählung eine Absage erteilte. Auch in seinen frühen Gedichtbänden versuchte er bereits, die Möglichkeiten einer autonomen Poetik auszuloten. Dabei bewegt er sich in der Tradition der literarischen Moderne, insbesondere von Autoren wie Gottfried Benn, Paul Celan und Georg Trakl, auf die sein Werk auch explizit verweist.

Allmählich entwickelte er einen eklektischen Stil, aufgrund dessen er als einer der wichtigsten Vertreter der literarischen Postmoderne in Flandern gilt. In seiner erzählenden Prosa erscheinen zunehmend groteske Elemente, wie etwa in den Kurzgeschichtensammlungen Gestolde wolken (1987; "Erstarrte Wolken") und De grenzen van woestijnen (1989; dt. "Wüstengrenzen") und seinem wichtigsten Roman Naar Merelbeke (1994; dt: Amselbach, 1997), einer Persiflage autobiographischer Literatur.

Seit den Neunzigerjahren tritt er auch als kluger, kritisch engagierter Essayist hervor. Vom Denken u.a. Slavoj Zizeks beeinflusst, nimmt er in seinen Essays zu gesellschaftlichen Themen wie dem Balkankrieg oder der Dutroux-Affaire Stellung (erschienen u.a. in den Essaybänden Fuga´s en Pimpelmezen (1994; dt. "Fugen und Blaumeisen") und Het putje van Milete (2002; dt. "Das Grübchen von Milete"), äußert sich aber ebenso über Musik, zeitgenössische Kunst, Philosophie und Literatur. Dabei beweist er den gleichen kenntnisreichen Weitblick, der auch seine Dichtung charakterisiert, in der Empfindsamkeit und Reflexion Hand in Hand gehen.