Günter Eich
Tage mit Hähern
Der Häher wirft mir die blaue Feder nicht zu. In die Morgendämmerung kollern die Eicheln seiner Schreie. Ein bitteres Mehl, die Speise des ganzen Tags. Hinter dem roten Laub hackt er mit hartem Schnabel tagsüber die Nacht aus Ästen und Baumfrüchten, ein Tuch, das er über mich zieht. Sein Flug gleicht dem Herzschlag. Wo schläft er aber und wem gleicht sein Schlaf? Ungesehen liegt in der Finsternis die Feder vor meinem Schuh.



