Helwig  Brunner

Helwig Brunner

Gegenwartslyrik
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->Notiz zu Edvard Grieg

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->Die Summe der Bilder

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->Über den Umgang mit Tönen

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->Übergriffe

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->Zuerst ist es nur in den Augen

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Helwig Brunner

Audio 

Dieses Gedicht liegt in folgenden Übersetzungen vor:

Introvisiones (Spanisch)
Prehmaty (Slowakisch)

Übergriffe

Terry Riley: The Ecstasy (from Salome Dances of Peace)

Der Krieg ist der Vater aller Kriege.
Er bedient sich toter Phrasen,
federt und teert, ballt sich zusammen.
Er erntet den stummen Zorn 
und drischt ihn aus.

Auch Strategen haben Ohren voller Töne.
Sie wollen vielleicht nicht alles, was sie wollen.
Aber die Märsche erschöpfen sich 
an der Gegenstandslosigkeit der Landschaft,
die taub daliegt, atmet und wartet.
Und die Sturzflüge, nein, auch sie
sind nicht bodenlos.

Von unblutigen Küsten lässt sich reden
eine Ebbe lang, vielleicht auch länger.
Beides gibt es, Begehren und Aufbegehren.
Oft fällt es ineinander: synkopische Übergriffe,
an denen die Erwartung bricht.
Und beides hält inne, beides endet.
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© H.B.

Aus: unveröffentlichtem Manuskript

Audioproduktion: 2005, M.Mechner / Literaturwerkstatt Berlin