Roland  Jooris

Roland Jooris

Gegenwartslyrik
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Biographie Roland Jooris

Portrait Roland  Jooris

Geburtsdatum: 22.07.1936

Geburtsort: Wetteren, Belgien

Obwohl Roland Jooris eine relativ kleine Anzahl an Gedichtbänden in einer Zeitspanne von 40 Jahren veröffentlicht hat, so haben sie ihm doch zu einem beträchtlichen Ansehen verholfen.

Im Sog des Experimentalismus’ der Nachkriegszeit veröffentlichte er in den späten Fünfzigern mehrere hermetische Gedichtbände, die er später ablehnte. Zehn Jahre danach „debütierte“ er abermals mit Gedichten im Stil des neuen Realismus’, einer Tendenz in der belgischen Dichtung, die ihren Schwerpunkt auf die Realität des alltäglichen Lebens richtete. In diesem Werk macht sich Jooris auf die Suche nach Berührungspunkten zwischen Dichtung und Realität. Auch in seinen späteren Werken bleibt die Wirklichkeit der Ausgangspunkt, aber der Dichter ist bemüht, die Realität noch weiter zu destillieren, sie in einen Keim von Ruhe, Illusion und Spritualität zu verwandeln.

Die Dichtung von Jooris entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer verbissenen Kürze, zu sprachlicher Askese und Ruhe. Es ist dies eine Entwicklung von konkreter Sichtbarkeit zu abstrakter Kontemplation, von der Euphorie über die Realität als Dichtung hin zur Destillation der Dichtung als Realität. Seine poetische Sprache ist markant in ihrer Ausdrucksstärke, in ihrer Reinheit von Aufbau und Sprache. Die französische Lyrik war der wichtigste Einfluss für sein Werk, Jooris bewundert vor allem die Werke André Du Bouchets und Pierre Reverdys.

Die Malerei ist eine weitere wichtige Inspirationsquelle für seine poetische Arbeit, die vielfach das Licht der Welt in bibliophilen Sammlungen erblickte, in denen seine Gedichte mit den Bilder seiner bevorzugten Maler zusammen erschienen. Zusätzlich zu seiner Arbeit als Dichter ist Jooris ein renommierter Kunstkritiker, der auch selber malt. Er hat Abhandlungen über Maler wie Raoul De Keyser, Eugene Leroy und Roger Raveel verfasst. Jooris war lange Zeit der Kurator des Roger – Raveel – Museums.

2005 gewann Jooris für seine Gedichtsammlung Gekras den angesehenen Flämischen Kulturpreis, der nur alle drei Jahre vergeben wird.