Uwe Kolbe
Dieses Gedicht liegt in folgenden Übersetzungen vor:
КРАЯТ НА ПЪТУВАНЕТО (Bulgarisch)
El final del viaje (Spanisch)
Das Ende der Reise
für Jorge Luis Borges
Du sitzt, früh auf, hebräisch im Zwielicht der Taube, doch scheint es, in einem Buch, in dem du die Welt liest, denn sonst bestünde der Glockenschlag nicht, den der Trinker zum Anlaß nimmt seiner letzten Suada, das Rappeln des Wagens des Straßenkehrers (heut ist es nicht Quasimodo, dein Traum gibt ihm frei für den Sonntag). Denn sonst bestünde der Schritt eines Fremden nicht, das Prasseln der Reifen des Taxis, das einen davonträgt, hinaus aus der Stadt. Das Gleichmaß des Brunnens, der fließendes Wasser nachahmt. Sonst wären es nicht inzwischen drei Straßenkehrer, zwei Pärchen Tauben, die lauthals, nun Krähe, die Elster, die Amsel. Nicht einmal dein kalter Schwanz und der Atem, der leise Schmerz des gebeugten Nackens, nichts, gar nichts bestünde, von Draußen nach Drinnen, der Blick, wie er sich zurückzieht, der Traum eines Mannes, der aufgegeben hat.



