Klaus Merz

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Gegenwartslyrik
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Klaus Merz

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Dieses Gedicht liegt in folgenden Übersetzungen vor:

Wiepersdorf après 1 (Französisch)

Wiepersdorf später 1

Das Rad sirrt leise 
durch die Ebene, gleitet 
unter den Schattenachsen 
des Soldatenkönigs hin. Grosse 
Gänge, kleine Kränze. Lerchen 
und Falke sind in der Luft, Bogen 
und Pfeil. Tagbleich versinkt 
hinterm Dorf der Trabant, 
die freundlichen Leute stehen 
vor ihren vorbeiflitzenden Häusern. 
(Zur Sicherheit wacht hinter jeder 
Hoftür der deutsche Schäfer.) Später 
am Rand der Kadaver des Hasen, 
fliehend noch immer, Wind 
und Wolken ziehen darüber weg. 
Im Vorgarten der Zwerg langt 
nach seiner Schaufel und gräbt 
ein Loch in den märkischen Sand: 
Für August Ziekert, Förster a.D., 
Wolf genannt. Er hat Grossmutter 
und Kind aus dem Tierbauch 
befreit. Über den Wackersteinen 
der Wiepersdorfer Alleen
liegt jetzt Asphalt.
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© Klaus Merz

Entstanden: 1999

Aus: Vers Schmuggel (Anthologie)

Wunderhorn, Heidelberg 2003

Audioproduktion: 2002 M. Mechner, literaturWERKstatt berlin