Biographie Kerstin Hensel

Geburtsdatum: 29.05.1961
Geburtsort: Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), Deutschland
Kerstin Hensel wurde 1961 in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) geboren. Nach dem Studium an der dortigen medizinischen Fachschule und einer dreijährigen Tätigkeit als chirurgische Schwester studierte sie am renommierten Johannes R. Becher Institut in Leipzig Literatur und aspirierte danach zwei Jahre am Leipziger Theater. Neben verschiedenen Lehraufträgen an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin, an der Filmhochschule Potsdam und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig ist Kerstin Hensel seit 1987 als freie Schriftstellerin tätig. Sie lebt in Berlin.
Kerstin Hensel veröffentlichte drei Romane: Tanz am Kanal (1994), Gipshut (1999) und Im Spinnhaus (2003), mehrere Erzählbände, u.a. Im Schlauch (1993) und Neunerlei (1997), zahlreiche Gedichtbände, zuletzt Bahnhof verstehen (2003), außerdem Theaterstücke, Filmszenarien, Libretti und Hörspiele.
Hensel ist für ihre Gedichte u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis der Akademie der Künste Berlin (1987), dem Leonce-und-Lena-Preis (1991) und dem Gerrit-Engelke-Preis (1999) ausgezeichnet worden.
Kerstin Hensel kann als eine der formbewusstesten Lyrikerinnen ihrer Generation gelten. Ihre Gedichte stehen in einer Tradition, die das Politische im Lyrischen, die Gegenwartsdiagnose im Einzelnen sucht. Mit Bertold Brecht, mit Autoren wie Karl Mickel oder Volker Braun teilt sie das große Formenrepertoire, die Selbstverständlichkeit des Handwerk.
Hensels Lyrik bringt die Spannweite zwischen Tradition und Alltag und die Überwindung dieser Dichotomie auf, um einer diskursiv geladenen Wirklichkeit beizukommen, die sich nicht im plappernden anything goes verlieren mag. Die vielschichtige Einfachheit ihrer Bilder ist es, die, als Gegengewicht zum Anspielungsreichtum, zum sprachverliebten Kalauer, die Gedichte zu nie vollständig paraphrasierbaren Vexierspielen werden lässt.



