Joachim Sartorius

Joachim Sartorius

Gegenwartslyrik
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Joachim Sartorius

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Monate

September, Durst, kürzere Tage, Reue.
Dezember, Regen.
Vom August ein Foto: Paar (zwei), 2 Kinder,
Statisten, liegt weiter zurück.
Auf der anderen Seite des Blatts beginnt der Tag.
Keine Blätter im Januar, kein Tag,
der sich nicht gliche.
Die roten Vorhänge mit ihrem Licht für Exzesse
(die es nicht gab) schaben über die Fensterbank
in der warmen Brise. Nachts 
gibt es keine Nacht, nur Sterne, 
eins zwei drei vier: die Deichsel.
Und vier: der Wagen, der große Wagen,
aus dem sich Funken lösen. Du
schreibst alles auf einem blauen Tisch.
Das ist das Wasser, der Himmel, der
früheste Morgen (ohne Wein und Musik).
Das ist das Brett des Gebets, des Versagens.
Es gibt keine Flügel wie Sinn.
März. Im März bist du geboren.
Im Aapril wirst du davonjagen
auf dem Bretterwagen.

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© 1992 by Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln

Aus: Der Tisch wird kalt. Gedichte

Kiepenheuer & Witsch , Köln 1992

ISBN: 3-462-02175-3

Audioproduktion: 2000 M. Mechner, literaturWERKstatt berlin