Hans Magnus Enzensberger

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Biographie Hans Magnus Enzensberger

Portrait Hans Magnus Enzensberger

Geburtsdatum: 11.11.1929

Geburtsort: Kaufbeuren, Deutschland

Wohnort: München

Hans Magnus Enzensberger wird am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu als Sohn eines Postbeamten geboren.

Er verbringt seine Kindheit in Nürnberg und wird während des Luftkrieges in eine mittelfränkische Kleinstadt evakuiert. Nach dem Abitur in Nördlingen studiert er von 1949-1954 in Erlangen, Freiburg i. Br., Hamburg und in Paris an der Sorbonne Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie. 1955 promoviert er in Erlangen Über das dichterische Verfahren in Clemens Brentanos lyrischem Werk.

Von 1955 bis 1957 arbeitet er zusammen mit Alfred Andersch in der Redaktion Radio-Essay des Süddeutschen Rundfunks und ist Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. 1957 hält er sich länger in den Vereinigten Staaten und Mexiko auf. Im gleichen Jahr erscheint sein erster Gedichtband verteidigung der wölfe. Gleich mit dem ersten Buch schlägt Hans Magnus Enzensberger den direkten und herausfordernden Ton an, der sich bis heute in vielen seiner Texte gehalten hat und ihm damals Schmähungen wie "Randalierer" oder "Bürgerschreck" einbrachte.

Als freier Schriftsteller lebt er bis 1959 in Stranda, West-Norwegen, dann ein Jahr in der Nähe Roms. Mit dem 1960 herausgegebenen Museum der modernen Poesie und der zweisprachigen "Poesie"-Reihe im Suhrkamp Verlag, für den Enzensberger in dieser Zeit und bis 1961 als Lektor arbeite, beginnt seine herausragende Vermittler- und Übersetzertätigkeit, die zum Beispiel den deutschen Lesern viele bis dahin unbekannte Autoren wie William Carlos Williams, David Rokeah, Fernando Pessoa oder Lars Gustafsson vorstellt.

1961 zieht sich Hans Magnus Enzensberger auf die Insel Tjøme im Oslo-Fjord zurück. Als er mit 34 Jahren 1963 den Georg-Büchner-Preis erhält, hat er sich als Lyriker, Essayist, Hörspielautor, Übersetzer und Herausgeber bereits einen Namen gemacht. Ins Jahr 1963 fällt sein erster Aufenthalt in der Sowjet-Union. 1964/65 hat er eine Gastdozentur für Poetik an der Frankfurter Universität inne. Nach einer Südamerika-Reise zieht er 1965 nach West-Berlin um und gründet die Zeitschrift Kursbuch im Suhrkamp Verlag, für deren Herausgabe er bis 1975 verantwortlich zeichnet.

Nach einer Gastprofessur am Center for Advanced Studies der Wesleyan University, Connecticut, USA 1967/68 bereist er den Fernen Osten und hält sich bis 1969 in Kuba auf. In den siebziger Jahren wendet er sich verstärkt dem Theater, der Oper und dem Fernsehen zu. Dem Hörfunk ist er vom Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit an verbunden.
1971 beginnt er die Arbeit an einem Film über den spanischen Anarchisten Buenaventura Durruti für den WDR und veröffentlicht ein Jahr später den Roman Der kurze Sommer der Anarchie. 1975 wird die Oper La Cubana (Musik: Hans Werner Henze) uraufgeführt.

1974/75 hält er sich in New York auf. 1979 zieht er von Berlin nach München um. 1980 gründet Enzensberger zusammen mit Gaston Salvatore die Zeitschrift TransAtlantik, aus deren Redaktion er sich zwei Jahre später zurückzieht. Ab 1985 gibt er die Andere Bibliothek im Greno-Verlag heraus, die ab 1989 vom Eichborn-Verlag verlegt wird. Bereits 1993 erscheint der 100. Band der Anderen Bibliothek.