Gerhard Falkner
Dieses Gedicht liegt in folgenden Übersetzungen vor:
Жить наверху (Russisch)
Droben wohnen
Die Nächte werden immer kleiner. Immer teurer. Wie Mittage schon fast / auf ihren nadelspitzen Höhepunkten steckend - nur schwarz und unerhört und kalt Kein Orpheus. Kein Orakel. Kein Orplid. Höchstens Rilkes Fünfte. Und das Gras / das funkelnd um die Häuser zieht. Ich will, flussaufwärts, deinen nackten Adern folgen bis meine Augen ihre Quellen finden. Und apropos Quelle. Ich wohne zwar gleich um die Ecke / doch ich bin ein Andersdenkender. In meinen Räumen gibt es keine tragende Wand. Die Träume sind auf sich gestellt und das Papier, auf dem sie sich erfüllen das hat keinen Rand. Uns zwingt allein die Schrift uns endlich zu entscheiden: VIP Lounge oder Kolchose? / Entweder das entweder oder das oder! Aber, soll das heißen, wir haben keine andere Wahl? Was ist denn dann mit wandern gehen. Auswärts essen. Droben wohnen. Ruhig sein?



