Felix Philipp Ingold

Felix Philipp Ingold

Gegenwartslyrik
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Felix Philipp Ingold

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Tierleben [6]



6

Ist die zweite Natur
zwischen Ruhe und Swing
die der Welle. In allen
Dingen schwingt 
schon das Werk und
drängt die Tat. Wie das Jucken
unterm Schulterblatt wo
das Begehren wächst. Wo
Flügel spriessen ist
die Lust nicht weit. (Wer
träume wen:) Die Luft
zu zweit zu reiten. Worauf
schon bald – kein Tier 
dazwischen! – 
der Dreckeffekt der
Jetztzeit folgt. 

("Zwischen Ruhe und
Swing die Wellennatur. In
allen Dingen schwingt
die Tat. Wie ein Jucken wo
die Lust – die Luft
zu zweit zu reiten – wächst: 
Am linken Schulterblatt 
der rechte Flügel.
Worauf schon bald die 
Jetztzeit folgt.")
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© Urs Engeler Editor

Aus: Wortnahme. Jüngste und frühere Gedichte

Urs Engeler Editor, Basel 2005

Audioproduktion: Sprachkunstreihe 3durch3,
veranstaltet vom Kunsttempel Kassel und der Stiftung Brückner-Kühner
in Kooperation mit der Stadtbücherei Stuttgart