Felix Philipp Ingold

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Gegenwartslyrik
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Felix Philipp Ingold

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Tierleben [2]



2

Der Ich-Stirn
eingeprägt die Sehnsucht
nach dem Tier. Was
bleibt ist nichts
als dieser ausgestopfte
Balg mit dem Geschlecht für
zwei. Mit dem Gesicht
das lacht und staubt wenn
die Strafe es trifft. Liest ihm wer 
den leisesten Fluch 
von den Lippen. Den Namen 
dessen der im Spiegel 
Schmiere steht und – während 
das Glas sich beschlägt –
vergeht. Kalt wie jeder Vergleich.

("Die Sehnsucht nach
dem Tier hat ein gefiedertes
Geschlecht für zwei
im Sinn. Ein
Opfer ausgestopft mit Staub
das lacht wenn die Strafe
es trifft und der Fluch dessen
der im Spiegel 
Schmiere steht bis auch er
– wie jeder Vergleich –
geht und vergeht.")

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© Urs Engeler Editor

Aus: Wortnahme. Jüngste und frühere Gedichte

Urs Engeler Editor, Basel 2005

Audioproduktion: Sprachkunstreihe 3durch3,
veranstaltet vom Kunsttempel Kassel und der Stiftung Brückner-Kühner
in Kooperation mit der Stadtbücherei Stuttgart