Franz Josef Czernin

Franz Josef Czernin

Gegenwartslyrik
Deutsch

Homepage

Franz Josef Czernin

Audio 

Dieses Gedicht liegt in folgenden Übersetzungen vor:

air, sonnet (II) (Französisch)

luft, sonett (II)



was schatten-, schleierhaft uns durch einander scheucht,
umher sich geisternd dunkel treibt, euch im aufbinden, 
schmerzlich die ohren spitzt, mich leis anhaucht, einschleicht,
rauscht ab wie an verhohlen, schwankend, so im schwinden

ist angesponnen; wie mir ort um schwall entweicht, 
seid schreck- wie schemenhaft verfinstert, zeug entwunden  
im nacken sträubt, einflüstert, stimmlos uns umstreicht
und -schlägt, schwarz trifft, verkehrt durch mich bevor zu munden.

aus welchem dunst es sich zusammenballt, luft dicht,
ja dick wird, wild aufschneidend, durch uns selbst aufkreischt,
aus meinem atem, fingern saugt sich schicht für schicht.

aufschaukelnd uns es dergestalt zu sein erheischt,
mir kluft, gross maul, aug uns reisst auf, dies fremd gesicht
zu zeigen wahr im sinn: was hat sich dadurch eingefleischt? 


Top

© beim Verlag

Aus: Elemente, Sonette

Hanser-Verlag , Wien-München 2002

ISBN: 3-446-20277-7

Audioproduktion: 2001 M.Mechner, literaturWERKstatt berlin